Berliner Abendblatt : „Ein Bärenpreis für ganz tolle Väter !“

Marzahn_vom_07 02 2015

Kennen Sie einen Vater, der sich in besonderer Form für seine Kinder engagiert? Oder einen Mann, der alleinerziehend mit seinen Kindern die Welt gemeinsam erobert? Einen Opa, der sich im besonderen Maße für seine Enkel engagiert? Einen Bruder, der neben der Arbeit in einem Verein Kinder betreut und fördert? Odervielleicht auch einen Kitaerzieher, den die Kinder besonders mögen, weil er stets offen und engagiert für sie da ist? Wenn ja, dann sollten
Sie diesen Herrn oder das Unternehmen für den Kienbär- Männerpreis anmelden, der in diesem Jahr im Marzahn Hellersdorf ausgelobt wird. Die Idee. Ausgedacht haben sich diesen Preis einige Männer und Frauen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft des Bezirkes, die sich zum „Aktionskreis Kienbär“ zusammen geschlossen haben. Neben Jugendstadträtin Juliane Witt sind auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnungsgenossenschaft Marzahner Tor, Thomas Scholz und Christoph Mönnikes, Vater in Elternzeit, in diesem Zirkel aktiv. Mönnikes wurde im Jahr 2013 zum „Spitzenvater des Jahres“ in einem Wettbewerb gekürt, den eine ostwestfälischen Großbäckerei ausgelobt hatte. „Bei der ersten Elternzeit gab es damals noch viel Schulterklopfen im Unternehmen“, erklärt Mönnikes seine ersten Erfahrungen mit diesem Familienmodell. „Später, als dann sogar ein drittes und viertes Kind dazu kamen und ich weiterhin in Elternzeit blieb, wurden die Stimmen aber schon skeptischer“, so der 50-jährige ITSpezialist, der betont, dass der jetzt ausgelobte Preis sich nicht nur auf den Kandidatenkreis der erziehenden Väter beschränkt. „Es geht um den Wert des Mannes in der Gesellschaft, der sich aktiv für die Belange von Kindern einsetzt“, unterstützt ihn Thomas Scholz, er feststellt, dass in dieser Hinsicht noch viel Nachholbedarf besteht. „Selbstverständlichkeiten,
wie die Hilfe beim Tragen des Kinderwagens fühlen sich für die meisten Menschen immer noch komisch an, wenn ein Mann solch eine Unterstützung braucht“, so Scholz. Die Auslobung des Preises sei schließlich auch eine Stärkung der Position der Frau im gesellschaftlichen Leben. Wenn wir es Männern einfacher machen, sich für die Kindererziehung zu engagieren, so stärkt das indirekt auch die Rolle der Frau im Sinne einer Gleichberechtigung“, erklärt Mönnikes, der den Eingang der ersten Vorschläge für den Preis bereits bestätigen kann. Die Trophäe selbst ist ein rund 25 centimeter hohes Bärchen, das von den Künstlern Kerta von Kubin und Claudio Greco in der Kunstwerkstatt Marzahn gefertigt wurde und in dreifacher Ausführung existiert. Am 11. Juni werden dann im großen Saal der Alten
Börse die kleinen geschweißten Bärchen,die auch ein Stückchen vom Kienberg im Namen tragen, an die Männer verliehen, die sich im Bezirk mit dem besten Engagement für Kinder eingesetzt haben. Passende Vorschläge können bis zum 28. Februar an die „KienBär“-Jury geschickt werden. Stefan Bartylla
Bild: Stefan Bartylla